Hochsensibilität

Hochsensible Menschen nehmen Reize stärker wahr und verarbeiten sie oft anders als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dabei können viele verschiedene Ebenen und Sinne betroffen sein: intensiveres Hören, Sehen, Riechen, Schmecken kann bei hochsensiblen Personen (HSPs) ebenso vorkommen wie die stärkere Wahrnehmung von Berührungen oder auch das Wahrnehmen von Stimmungen.

Es ist durchaus möglich, diagnostisch zu klären ob ein Mensch nun eher rauh und wenig sensibel auftritt und empfindet, durchschnittlich sensibel und empathisch oder vielleicht auch hochsensibel ist. Ebenso wie die Feststellung von Hochbegabung kann auch die Diagnose Hochsensibilität den Umgang mit sich selbst und mit der Umwelt erleichtern. Auch hier sollte aber eine reduzierende Etikettierung auf die Hochsensitität oder Hochbegabung vermieden werden.

Vor- und Nachteile besonderer Sensibilität

Viele Hochsensible beschreiben ein sehr intensives Erleben von bildender und darstellender Kunst oder auch Musik. Dasselbe gilt auch für das Erleben von eigenen Gefühlen sowie die erhöhte Wahrnehmung für die Stimmungen und Zustände anderer Menschen. Einige HSPs verfügen auch über ein hohes Harmoniebedürfnis bzw einen überdurchschnittlichen Sinn für Gerechtigkeit – man könnte sie als „ethisch hochsensitiv“ beschreiben.

Hochsensible und deren verwandte Wahrnehmungsspezialisten wie im Autismusspektrum können auch als sehr empfindliche menschliche Stimmungsbarometer beschrieben werden – eine Eigenschafft, die richtig erkannt und eingesetzt, von grossem Nutzen für Beziehungen und Gemeinschaften sein.

Ein Erklärungsmodell für Hochsensibiltät ist die geringe Ausprägung von Reizfiltersystemen. Die meisten Menschen legen sich im Laufe des Lebens spezifische Filter zu, die es ermöglichen, sich von Umwelteinflüssen abgrenzen zu können. Wir das übertreieben, nutzen wir Begriffe wie „dicke Haut“, „Betriebsblindheit“ oder „taube Ohren“.
Hochsensible Personen (HSPs) müssen für solche Fähigkeiten mehr Kraft und Energie aufwenden – daher empfiehlt es sich, gute Rückzugsmöglichkeiten zu haben, ohne in die Gefahr zu kommen sich einzuigeln oder im Schneckenhaus zu verkriechen.

Das Training von Bewältigungsstrategien ermöglicht es, einen gesunden Umgang mit den Belastungen des Alltags zu entwickeln.
Rückzugsmöglichkeiten in besonders reizarme, strukturstarke Umgebungen bieten die Möglichkeit Reize stressfreier zu verarbeiten.
und genossen werden können.

Viele HSPs können so aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke machen: Ihre Sensibilität wird als Mehrwert geschätzt, da sie als besonders empathische Gesprächspartner weniger empfindsamen Menschen helfen können, Unter- und Zwischentöne in Situationen zu erkennen und so neue Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln .

(Diese Unterseite wurde letztmalig am 6. Januar 2019 aktualisiert.
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