Arbeit mit vulnerablen Gruppen

Bei der Arbeit mit vulnerablen Gruppen ist es besonders wichtig, immer wieder dafür zu sorgen, dass der Raum für alle Beteiligten als Safe-Space fungieren kann. Als Leiter*in von Workshops für vulnerable Personen müssen alle Teammitglieder darauf vorbereitet sein, dass die teilweise traumatisierten Teilnehmenden durch scheinbar harmlose Vorgänge oder äussere Vorkommnisse retraumatisiert werden können. Das kommt zwar nur äusserst selten vor, aber es ist wichtig, eine solche Möglichkeit vorher im Team thematisiert zu haben.

Die folgende Handreichung entstand im Laufe der vielen Kurse, die ich im Rahmen der Refugee Academy gemeinsam mit vielen Kolleg*innen aus dem Kunst- und Schulbereich in Unterkünften gegeben habe. Sie bezieht sich sowohl auf Workshops in Unterkünften aber auch an Lernorten ausserhalb.

Vorbereitung

Wenn Ihr das erste Mal in einer Unterkunft arbeitet, solltet ihr vorher per Mail oder Handy den Termin mit der Leitung der Unterkunft abgeklärt haben.

Noch besser ist es, wenn ihr selbst die Unterkunft schon einmal besucht habt. So könnt ihr den genauen Ort für Euren Workshop abklären und auch schon einige Mitarbeiter*innen und vielleicht auch geflüchtete Personen kurz kennenlernen, bevor die eigentliche Workshopphase beginnt.

Erstes Training in der Unterkunft

Ihr bringt mit

Da sich viele der Teilnehmer*innen untereinander auch noch nicht kennen, und die Unterkünfte nicht zwangsläufig über die nötige Ausrüstung verfügen, ist es wichtig, folgende Dinge mitzubringen:

  1. Rolle Tesa-Krepp (4 cm Breite)
  2. Dicken schwarzen Edding
  3. Obst , Kekse, Schokolade

Tesa und Edding für schnell anzuklebende Namensschilder – Teilnehmende sollen SELBER schreiben, nur bei Analphabeten schreibt ihr oder jemand ihrer Freund*innen und Bekannte für sie.

Das um nach dem ersten Training noch einen gemütlichen Ausklang zu ermöglichen, nehmt bitte auch ausreichend Leckereien mit.

Ihr versucht von der Leitung zu bekommen

Im besten Fall bekommt man von der Unterkunftsleitung eine Namensliste der Teilnehmer*inne ausgedruckt, so dass die eures Teams dort die Namen abhaken kann. Ansonsten führt ihr am besten selber eine Liste, wer alles da war. Dies erleichtert Euch auch nach dem Workshop die Kontaktaufnahme für eine eventuelle Nachbrereitung.

Grundsätzliches für Euren ersten Kontakt

Nicht wundern. Bei den ersten Malen kann durchaus ein Kommen und Gehen stattfinden, je nachdem wie viel (Selbst)-Disziplin in der Unterkunft schon etabliert werden konnte.

Versucht alle Leute die NEU hereinkommen zu begrüßen. Nutzt die Unterbrechung ggf noch mal, um die ersten „Hallo, ich bin ….“ Übungen zu wiederholen. Die Liste der DAZ-DAF Übungen findet ihr hier.

Ihr arbeitet beim ersten Mal mit einem möglichst grossen Team und habt Euch mindestens 30 Minuten vorher getroffen um Grundregeln zu klären.

Notfallszenario

Falls bei den Übungen irgend jemand verhaltensauffällig werden sollte, überfordert wirkt, die Übung blockieren oder sich sonst auch verweigern sollte, kümmert sich sofort ein Teammitglied – möglichst eines, das die Sprache der betreffende Person spricht.
Der/die problemlösende Teamer*in nimmt quasi als „Rettungshund“ die Person unauffällig zur Seite bzw geht mit ihr aus dem Raum und versucht herauszufinden, wo die Ursache der Probleme sind.
Alle Teammitglieder sollten wissen, wo in der Unterkunft die Ansprechpartner*innen für eventuelle Probleme zu finden sind.

Wichtig: Die Probleme sollten nicht im Übungsraum bleiben, da es sonst zu Kaskaden kommen kann.

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