Systemische Beratung

Systemische Beratung definiert sich als Hilfe zur Selbsthilfe.  Daher wird häufig auch von „ressourcenorientierter Beratung“ und „lösungsorientierter Beratung“ gesprochen.
Allgemein formuliert beinhaltet sie die „Beratung von Individuen oder Gruppen in Bezug auf deren jeweiliges soziales System im jeweiligen Kontext.“

Systemische Perspektiven

Durch systemische Sichtweisen können die in allen Ebenen vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen identifiziert und gestärkt werden: also die des zu beratenden Individuums bzw. der zu beratenden Gruppe und der sie umgebenden sozialen Mikro- und Makrosysteme.
Einsatzgebiete sind Coaching, Fragen zu Führung, Supervision im Rahmen von Organisationsberatung oder auch im Familienkontext.

 

Der Weg ist das Ziel

Im Unterschied zum klassischen inhaltsorientierten Beratungsansatz z.B. bei einer Expertenberatung ist die systemische Beratung prozessorientiert: der Weg ist das Ziel, und auf dem Weg sollten alle beteiligten Stakeholder nachhaltig mit einbezogen werden.

Geschichte der Systemischen Beratung

Als Mutter der Familientherapie und damit auch des systemischen Ansatzes gilt Virginia Satir, die Mitte der 50er die damals revolutionäre Idee hatte, ganze Familien statt der auffällig gewordenen Einzelpersonen zu therapieren. Weitere wichtige Vertreter des systemischen Gedankens sind Gregory Bateson, Salvador Minuchin, Paul Watzlawick und Helm Stierlin. Indirekte Wegbereiter der familientherapeutischen Bewegung sind u.a. Jakob Levy Moreno, Fritz Perls, und Carl Rogers, dem Begründer der klientenzentrierten Ansatzes, der heute fester Bestandteil der Gesprächsführung im Rahmen von Beratungs- und Therapiegesprächen ist.
Wissenschaftlich beruft sich die S.B. auf Systemtheorie, Konstruktivismus und Kybernetik zweiter Ordnung.

Grenzen zur Therapie

Die Grenzen zwischen systemischer Beratung und Therapie sind durchaus fließend. So ist es durchaus möglich parallele, sich gegenseitig unterstützende Entwicklungsprozesse im Rahmen einer Therapie und eines systemischen Coachings zu gehen.

Wichtig ist dennoch die Unterscheidung zwischen einem privat bezahlten Coaching und einem durch die Krankenkassen bezahlten Therapieprozess. Vor dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes im Jahre 1999 wurden  in Deutschland viele sytemische Therapieansätze auch durch die Kassen bezahlt.

Methodik

Der Stil systemischer Beratung ist üblicherweise indirektiv und daher meist sehr dialogisch. Er eignet sich also für gute Kommunikatoren.
Es sollen möglichst keine konkrete Lösungen aus vorhandenen Baukastensystemen vorgeschlagen werden. Stattdessen sollten Lösungen aus Selbstreflexionsprozessen der Einzelnen oder der jeweiligen Gruppe entwickelt werden (Selbstorganisation).
Der Theorie nach resultieren Probleme aus konstruierten Wirklichkeiten, die durch systemische Beratung irritiert werden sollen. Systemische Berater*innen sollten sich keine Lösung „anmaßen“ (da diese bloß aus seiner eigenen konstruierten Wirklichkeit resultiere), die Ratsuchenden in ihrer Autonomie nicht eingeschränkt werden.
Hier finden Sie weitere Details zu Methodiken in der Systemischen Beratung.

 

(Diese Unterseite wurde am 30. April 2018 letztmalig aktualisiert. 
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