Zeitmanagement

Die reale Zeit beschränkt unser Leben. Wir können nichts an ihr verändern. Die von uns empfundene Zeit hingegen können wir beeinflussen und auch die Art und Weise, wie wir uns unsere Zeit einteilen.
Beide Aspekte gehören zu einem gelungenen Zeitmanagement dazu.
Wir sind produktiv, wenn es uns gelingt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes möglichst viele Aufgaben zu erledigen. Wir sind glücklich, wenn wir auch auf die Qualität stolz sein können.

Methoden und Tricks

Gutes Zeitmanagement betrifft sowohl unsere Arbeitszeit und unsere Freizeit. Eine für uns selbst transparente Terminplanung für sämtliche Aufgaben, Arbeitsvorgänge, Geschäftsabschlüsse, Besprechungen, Verhandlungen, Gespräche aber auch Geburtstagfeiern, Sport- und Kultur etc. ist damit einer der wichtigsten Inhalte des Zeitmanagements. 

Im Laufe der Jahrhunderte haben viele Philosophen, Wissenschaftler und Künstler sich gedanken über die Zeit gemacht, und dabei auch immer wieder Konzepte entwickelt, wie die Zeit gut genutzt werden kann. (Siehe dazu später der Abschnitt „Carpe Diem“).
Je stärker wir mit Anderen zusammenarbeiten, egal ob im Alltag, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, desto wichtiger ist eine gute Koordination und Kommunikation mit uns selbst und unserer Umwelt.Dazu ist eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Kapazitäten unbedingt nötig.

Mein Tip: „Getting things done“

Eine der erfolgreichsten und auch einfach zu erlernenden Methoden, wie man sich die eigenen Zeitabläufe optimal strukturiert, ist das System „Getting things done“. Die Nutzer*innen notieren wirklich alle anstehenden Tätigkeiten in einem Verwaltungssystem und bekommen dadurch den Kopf frei, um die aktuellen Aufgabe erledigen zu können, ohne befürchten zu müssen, andere Aufgaben zu vergessen.
Nach einer ersten Übergangsphase, in der man durch eine genaue Analyse die Basis legt, ermöglicht diese Methode des Selbstmanagement des Amerikaners David Allen, ein sehr effizientes Arbeiten.
Die nötige Grundlage ist allerdings – wie oben schon erwähnt – eine sehr genaue Analyse des eigenen Alltags. Je genauer wir unsere Stärken und Schwächen kennen, desto leichter können dann Aufgabenlisten erstellt werden, die unsere Lebenswirklichkeit abbilden.
Gute Möglichkeiten, die Methode zu üben, bieten der Kauf des Taschenbuchs oder auch klug zusammengestellte Übersichtslisten im Netz.

Carpe Diem

Mit „Genieße den Tag“ (Carpe diem), auch als „Nutze den Tag“ prägte der römische Dichter Horaz um 25 v. Chr. in seiner Ode An Leukonoë einen der bekanntesten Aussprüche zum Thema Zeit. Er rief dazu auf, die knappe Lebenszeit heute zu genießen und dies nicht auf den nächsten Tag zu verschieben.
Je komplexer eine Gesellschaft, desto wichtiger wird die Zeit als Koordination. Das römische Reich war hochkomplex organisiert und auf Grund seiner vielen normierten Arbietsvorgänge so extrem erfolgreich. 
Im Mittelalter existierte für die meisten Menschen einer Agrargesellschaft keine Notwendigkeit, die Zeit zu achten und zu sparen, sie genau zu messen und ihre kleinen Teile zu kennen. Wichtig waren hier vor allem jahreszeitliche Einflüsse für die Bauern.

Zeit und Geld – wie hängt es zusammen?

Der Humanist Leon Battista Alberti betont im Jahre 1433 den vernünftigen Umgang mit der Zeit auch in der Hauswirtschaft des Privathaushalts und . gilt als moderner Vordenker der Zeitökonomik.
Der berühmte Ausspruch „Zeit ist Geld“ legt den Gedanken nahe, dass Zeit ein Wert ist: sie kann (wie Geld) gespart, verbraucht oder verschwendet werden.  Zeit ist also wertvoll und sollte ökonomisch genutzt werden – daher der Begriff „Zeitökonomie“.

Bekannt wurde er Time is money durch den amerikanischen Wissenschaftler und Politiker Benjamin Franklin. In seiner 1748 erschienene Schrift Ratschläge für junge Kaufleute (Advice to a Young Tradesmen) stellt Franklin erstmals rigide Regeln im Umgang mit Geld und Zeit auf, denn Zeit ist als eine knappe Ressource aufzufassen.

Im Jahre 1768 stellte der deutsche Mathematiker und Aphoristiker  Georg Christoph Lichtenberg „Kleine Haustafeln über die Verwendung von Geld und Zeit“ zusammen und gab Ratschläge über deren gute Nutzung.

Zeit im Kapitalismus

Im modernen (Turbo)-Kapitalismus ist Zeit – neben Fachkompetenz – die wichtigste Ressource, die von Arbeitnehmer*innen gegen Lohn und Gehalt als Arbeitszeit an ihre Arbeit- oder Augtraggeber*innen verkauft wird.
Wer hier gut verhandelt hat – oder eine seltene und daher teure Fachkompetenz besitzt – erhält viel Geld für seine Zeit.
Ob wir damit glücklich sind, muss jede*r für sich ganz persönlich entscheiden.
Doch genauso wie Zeitmanagement kann man auch Glück trainieren 🙂