Bewegter und bewegender Unterricht – Der Körper als wertvolle Lernressource

Unser Schulsystem negiert – vom Sportunterricht abgesehen – den Körper als wertvolle Lernressource. Dabei belegen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, dass regelmäßige Bewegung die Lernleistung erhöht. Wenn die Bewegungen zusätzlich mit dem Lernstoff korrelieren, verstärken sich mehrere Effekte: der Stoff wird multimodal gespeichert und bleibt durch multisensorische Lernerlebnisse besser im Gedächtnis.
Schon die Schulen der griechischen Philosophen fanden als diskursive Spaziergänge und nicht als Top-Down Lectures im Sitzen statt. Panta Rhei – auch im Unterricht!
Bewegung verstärkt zusätzlich das soziale Lernen im gemeinschaftlichen Umfeld.
Einige Beispiele aus der Praxis:

  • Sprachunterricht verbessert sich, wenn Texte durch Gesten und Bewegung durch den Raum unterstützt werden. Ob im Mini-Rollenspiel, bei denen die Schüler/-innen in Kleingruppen neues Vokabular trainieren, ob bei chorischen Übungen, bei denen auch kaum sprechende Schüler/-innen ihre Hemmungen überwinden und über sich hinauswachsen.
  • Körperliche Übungen können auch einfach in scheinbar theorielastige Unterrichtsfächer aus dem MINT-Bereich integriert werden. So kann z.B. im Mathematikunterricht das Wissen um die Innenwinkelsumme eines Dreiecks (180°) oder auch eines beliebigen Vierecks (360°) körperlich erfahrbar gemacht und nachhaltiger bei den Schülern/-innen verankert werden.
  • Im Physikunterricht können Kräfte und ihre Wirkungen körperlich ausagiert werden. Die Berechnung der Flugbahnen von Bällen oder die Bedeutung des Absprungwinkels bei Turnübungen bieten viele Ansätze, Sport und MINT Fächer zu kombinieren.
Wie die Innenwinkelsumme im Dreieck mit Spass erlebbar gemacht werden kann 🙂

Schüler/-innen die zu lange sitzen müssen, werden leichter träge und unkonzentriert. Spätestens alle 20 Minuten sollten Lehrer/-innen daher körperliche Aktivitäten in den Unterreicht einbauen. Dies kann einfach nur ein Platztauschen für eine 2-er Leseübung oder größere Aktivitäten wie die Arbeit in Kleingruppen auf dem Gang oder im Schulhof sein.
Dabei sollte zur Ergebnissicherung jedes Lernteam eine/-n Protokoll führende Schüler/-in samt Tablet oder Smartphone dabei haben, damit die Ergebnisse nachher schnell geteilt werden können.

Erworbenes Wissen

  • die wissenschaftliche Fundamente lernfördernder Bewegung
  • zahlreiche Methoden und konkrete Anwendungen, um ihren Unterricht bewegungsreicher zu gestalten

Neue Fähigkeiten der Teilnehmer*innen

  • Konzepte lernfördernder Bewegung auf Ihr jeweiliges Fachgebiet zu übertragen
  • Kollegen/-innen zu inspirieren, diese pädagogischen Kniffe auszuprobieren
  • Schüler/-innen mit neuen Konzepten zu überraschen
  • Lernerfolge auch im Monitoring sichtbar zu machen
  • Wahrnehmung und Steuererung Ihres eigenen Körpers deutlich erweitert

Veränderte Haltung

  • wirken motivierend auf ihr Umfeld ein
  • haben mehr Mut zu didaktischen Experimenten.

Hinweis

Da dieser Workshop sehr stark von der Selbstwahrnehmung der TN und der erhöhten Interaktivität zwischen den TN profitiert, ist er mindestens als Halbtagsworkshop zu buchen.

Zur Gesamtübersicht aller Fortbildungen für Pädagog:innen 🙂