Feedback-Systeme

Workshops, Seminare, Barcamps und auch Diskussionen zwischen mehr als drei Teilnehmer*innen sind Formate, bei denen möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben sollten, sich aktiv in den Diskurs einzubringen. Dabei können grosse Gruppen oft in Untergruppen zerfallen, um mehrere Themen parallel zueinander bearbeiten zu können.
Die Aufgabe von Leiter*innen und Moderator*innen besteht darin, immer wieder einen gemeinsamen Fokus aller Beteiligten herzustellen.
Im Folgende werden einige Methoden übersichtlich aufgeführt, die solche gruppendynamischen Prozesse unterstützen.

Diskussions- und Strukturhilfen

Sanduhr

Diskussionen können durch überlange Beiträge einzelner Teilnehmer*innen und (gefühlten) Meinungsführer*innen ubestimmt oder nnötig verlängert werden.
Ein wunderbares Mittel sind Sanduhr, die die Redezeit einzelner Menschen anzeigen: empfehleneswert sind Uhren mir 1, 2 oder 3 Minuten Dauer.
Nach Ablauf der Redezeit können alle Teilnehmer*innen gemeinsam entscheiden, wer als nächstes einen Beitrag bringen darf.
Dies kann natürlich auch die Person sein, die gerade eben schon einen Beitrag gebracht hatte.

Fishbowl

Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer*innen in einem Außenkreis die Diskussion beobachten. Dabei steht ein zusätzlicher Stuhl da. Teilnehmer*innen aus dem Innenkreis machen ihre Plätze frei, wenn sie ihre wichtigsten Beiträge eingebracht habe. Teilnehmer*innen aus dem Außenkreis können auf freien Stühlen Platz nehmen und mitdiskutieren.

In einer anderen Form der Methode dürfen Teilnehmer*innen aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Dieses darf dann noch seinen Satz fertig sprechen und macht dann seinen Platz für den Teilnehmer aus dem Außenkreis frei. Diese Form erfordert eine hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz der Teilnehmer, weil alle gleichermaßen den Ablauf steuern müssen. (Mehr Infos)

Fokussierung -Schnelle Stille

Die „Schnelle Stille“ dient dazu, in einem lauten und aktiven Raum möglichst schnell Ruhe und Fokussierung zu ermöglichen. Die häufigste Methode ist dabei ein klares, lautes und durchdringendes Signal (Rufen, auf Glas schlagen, Klingel, Hupe). Bei der schnellen Stille passiert das Gegenteil: es gibt ein verabredetes körpersprachliches Zeichen, das weitergeleitet wird. Die kann ein auf den Mund gelgeter Finger oder auch eine andere Handgeste sein. Sobald Teilnehmer*innen dieses Signal sehen verstummen sie und zeigen die Geste auch. So kann nach etwas Übung innerhalb kürzester Zeit ein Raum druch beruhigt werden, ohne dass irgend jemand laut werden musste.

Meinungsstrahl / Spatial Response / Visuelle Statistik

Beim Meinungsstrahl oder der Spatial response wird eine Frage nicht durch das Ausfüllen eines Zettels beantwrtet sondern durch die Übernahme von Standpunkten im Raum.
Die kann auf verschiedenen Versionen passieren. Bei den meisten Fragen stellen sich die Antwortenden entlang einer Linie auf

Grössenskala

Mögliche Fragen:
Anzahl der Geschwister der Teilnehmer*innen / Anzahl der Berufsjahre in einem Fachgebiet / Häufigkeiten von Ereignissen pro Zeiteinheit
Intensitätskala von 1  10 passieren

Geographisches Mapping

Es gibt aber auch ein geographisches Mapping. hier sollten die Himmeldrichtungen im Raum definiert werden:

Mögliche Fragen: Geburtsorte  /  Lebensmittelpunkte  /  weit entferntestes Urlaubsland

Vier-Felder-Fragen

Auch für Vier-Felder-Fragen ergeben sich Möglichkeiten

Wiederholungen von Beiträgen

Bei unzreichend moderierten Diskussionen stellt sich für Zuschauer*innen zuweilen ein Gefühl ein, dass sich Beiträge inhaltlich wiederholen
“Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jeder Person.“
Unsichere Modertor*innen können sich durch ein Blitzlicht eine schnelle Abfrage nach den Wünschen des Publikums einholen.

Nonverbale Feedback- und Informationssysteme

Nonverbale Feedbacsysteme sind extrem praktisch, um während eine Person einen Redebeitrag bringt, die Wichtigkeit oder auch die Zustimmung des angesprochenen Themas .
So erhalten alle Beteiligten eine Rückmeldung über die Befindlichkeiten und Wünsche im Raum, ohne dass dafür der Redebeitrag unterbrochen werden muss.

Stummer Applaus

Beim „Stummen Applaus“ signalisieren die Zuhörer ihre Übereinstimmung durch Wackeln ihrer gespreizter Hände. Je höher die Hände gehoben werden, desto stärker die Zustimmung.

Stumme Ablehnung

Bei der „Stummen Ablehnung“ signalisieren die Zuhörer ihr Missfallen durch das Zeigen abgesenkte Daumen.

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(Diese Unterseite wurde letztmalig am 6. Januar 2019 aktualisiert.
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