Urbane Räume und Stadtentwicklung

Seit 2007 habe ich mich vom Thema der „Kultur im öffentlichen Raum“ immer intensiver mit der vielschichtigen Thematik der Stadt als sozialem Raum beschäftigt. Eine mehrmonatige Reise durch Südostasien im Jahre 2013 hat mir die Themen der Verdichtungsräume mit ihren engen Verflechtungen im sozialen Bereich sehr deutlich gemacht.
Seit 2014 bin ich regelmässiger Besucher der Veranstaltungen der Bundestiftung Baukultur sowie der Nationalen Stadtentwicklungskonferenz. Besuche auf den wichtigen Fachmessen der Bauwirtschaft, insbesondere der BAU oder der Intersolar in München oder den Berliner Energietage haben meine Kenntnisse weiter vertieft.

Durch meine Tätigkeit beim Architekturbüro Kauschke und Partner in Berlin in den Jahren 2015-16 und meine Reise nach Chicago als einer der Prototypen der modernen westlichen Stadt habe ich mich immer intenisver mit möglichen Lösungen für eine gesunde, nachhaltige und vor allem integrative Stadtentwicklung auseinandergesetzt.

Neuer Urbanismus

Nach dem Erkennen der strukturellen Fehler der vor allem seit der Moderne und der Charta von Athen entstandenen aufgelockerten Siedlungen (bzw. Trabantenstädte), kommt es seit den 1980er Jahren mit dieser Urbanismusbewegung (die u. a. mit Team 10 ihren Anfang nahm) zur Wiederentdeckung der Blockrandbebauung und Mischnutzung von Quartieren und damit städtischer Dichte.
Demnach unterstütze diese früher durch die Siedlungsplaner beklagte urbane Bebauungsart die Vorzüge städtischen Lebens, in Verbindung mit gesunder sozialer und wirtschaftlicher Durchmischung und einer erheblichen Einsparung von Ressourcen (Anfahrtswege, Heizkosten, Infrastrukturkosten usw.) gegenüber den verschwenderischen Siedlungen.

Umland und Metropolen

Die Umlandgemeinden hingegen profitieren von der hohen Wohnbevölkerung, die ihr Einkommen dort versteuert. Lösungen sind hierfür ein Finanzausgleich sowie die Eingemeindung (Angliederung) der Umlandgemeinden an die Kernstadt. Ursachen sind die durch staatliche Zulagen begünstigte Eigenheimbildung und Privatisierung. Diese als „Entwicklung“ ausformulierte Problematik versteht sich aber vor der Bezeichnung politischer Entscheidungen als eine deutlich begünstigend erwirkte Verursachung, die sich nach der Wiedervereinigung beschleunigt und bis heute ungehindert fortgesetzt hat.

Phase Null

Als Kommunikationscoach ist für mich vor allem die der eigentlichen Planungstätigkeit vorausgehende Phase Null interessant, bei der im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses alle Stakeholder eines neuen Projektes im Bereich der Stadt- bzw Quartiersentwicklungs zu mehreren Gesprächen und Workshops zusammenkommen.
Diese Moderationsprozesse biete ich seit 2018 in Kooperation mit mehreren Kolleg*innen an. Eines der wichtigesten Hilfsmittel hierzu ist eine ressourcenorintierte, respektvolle Gesprächskultur, die oft auf Ansätzen der sogenannten Themenzentrierten Interkation (TZI) beruhen.